Feuerwehr Bennigsen
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Geschichte der Ortsfeuerwehr von 1925-2011

 

 

Die Anfänge der Freiwilligen Feuerwehr Bennigsen reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Sie bestand zunächst als Pflichtfeuerwehr mit vier uniformierten Männern. Diese waren größtenteils Handwerker aus dem Ort. Bei Übungen und bei Bränden mussten jedoch sämtliche Männer des Ortes von 17 - 45 Jahren Hilfe leisten. Bei Landwirt Heinrich Rokahr, später Waldemar Rokahr, waren die Gerätschaften (eine Handdruckspritze) untergebracht. Später zog die Feuerwehr ins Gerätehaus an der Mittelstraße, welches heute als Wohnhaus genutzt wird. Um die gewachsenen Aufgaben lösen zu können, wurde im Jahr 1903 die Mannschaft verstärkt. Es wurde ein Lösch- und ein Steigertrupp aufgestellt.

Umzug

Während des Wirkens von Georg Wiesing (1921 - 1925) wurde die Pflichtfeuerwehr am 23. Mai 1925 in die Freiwillige Feuerwehr Bennigsen umgewandelt. Sie hatte eine Stärke von 50 Kameraden. Im Jahre 1927 wurde der Bau des heute noch vorhandenen Schlauchturms erforderlich. Er kostete 4000 Reichsmark. Durch den Bau der Wasserleitung 1934 konnte die Wehr von nun an einen Brand durch den eigenen Druck der Wasserleitung wirkungsvoller bekämpfen.

Am 22. Januar 1935 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Springe und Friedrich Reese übernahm das Amt des 1. Kreiswehrführers. In diesem Jahr wurden die Feuerwehren Bennigsen, Gestorf und Lüdersen zum "Löschverband Bennigsen" eingeteilt. In diesen Zuge wurden, teilweise schon motorisierte, Gerätschaften gekauft (Motorspritze, Transportwagen, Segeltuchschutzhauben und Motorwagen).

Am 10. April 1941 wurden 40 Bennigser Männer als Pflichtfeuerwehrmänner dienstverpflichtet. Außerdem gehörten 20 HJ-Feuerwehrmänner der Wehr an. Für den Bereich der nachbarschaftlichen Löschhilfe wurden dem Kreisführer der Feuerwehr am 30. Dezember 1941 folgende Orte mitgeteilt (15 km Luftlinie): Hannover, Ahrbergen, Osterwald, Nienstedt, Lenthe, Gleidingen, Nordstemmen, Altenhagen 1, Kirchdorf, Sarstedt, Elze, Bad Münder, Göxe und Hannover-Linden.

Im Januar 1943 wurden die Löschverbände des Landkreises aufgelöst und stattdessen 7 Unterkreise gebildet. Bennigsen gehörte zusammen mit Gestorf, Lüdersen, Pattensen, Hüpede und Oerie zum Unterkreis 7.

Feuerwehrmänner

Im November 1943 wurde die Feuerwehrbereitschaft des Landkreises Springe aufgestellt. Während des zweiten Weltkrieges nahmen diese an Brandeinsätzen in Hannover teil. Vom 26. - 28. November 1944 nahm sie an Brandbekämpfungen nach Fliegerangriffen in Hüpede teil. Hier wurden auch erstmals Feuerwehrfrauen eingesetzt. Der Krieg hinterließ tiefe Wunden in der Kameradschaft, es blieben nur wenige, unter der Führung von F. Behnsen, dem Bürger zu helfen.

Im Februar 1948 entschließt sich das Kommando, alle jungen Männer der Gemeinde anzuschreiben und zu einem Informationsabend über die Feuerwehr in das Gasthaus Rokahr (heute Schwägermann) einzuladen. Ziel dieser Veranstaltung war es, neue Kameraden zu werben. Mit diesem Aufruf hatte die Feuerwehr Erfolg und viele Männer traten in die Wehr ein.

Im März 1957 wurde das erste Löschfahrzeug LF8 für die Feuerwehr Bennigsen in Dienst gestellt . Es war das erste gebaute Löschfahrzeug bei der Firma Arve in Springe.

Im Oktober 1979 kehrte es von einer Bereitschaftsübung mit Motorschaden zurück und war nicht mehr einsatzbereit. Bis zur Auslieferung eines neuen Fahrzeuges wurde von der Firma Magirus ein Vorführfahrzeug zur Verfügung gestellt. Zur 1000-Jahr-Feier wurde der Wehr dann ein LF8 übergeben. Dank guter Pflege ist es erst 2002 außer Dienst gegangen. Zwei weitere Fahrzeuge, ein LF 16/TS und ein TLF 16/24 sicherten zusätzlich den Brandschutz in Bennigsen. Das LF 16/TS wurde wegen Überalterung im April 1986 durch ein neues Fahrzeug ersetzt, das TLF 16/24 aber nicht mehr. Als Stützpunktfeuerwehr musste die Wehr jedoch mit einem Tanklöschfahrzeug ausgerüstet sein. Im Januar 1987 wurde deshalb von der Stadt Springe ein geländegängiges TLF 8/18 übergeben.

Fest bei der alten Scheune

1968 wurde das neue Feuerwehrhaus am Bahnhof bezogen. Nicht unerwähnt sollen hierbei die Leistungen der Feuerwehrkameraden bleiben, die viele Stunden ihrer Freizeit für den Neubau dieses Hauses opferten. Nach der Gebietsreform im April 1974 erlangte die Wehr den Status einer Ortsfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Springe. Gleichzeitig wurde sie als Stützpunktfeuerwehr des Landkreises Hannover ausgewiesen. In der Amtszeit des Ortsbrandmeisters Albert Koller wurde am 23. Mai 1978 die Jugendfeuerwehr mit 21 Mitgliedern gegründet. Sie sichert bis heute den Nachwuchs der Feuerwehr. Seit 1987 sind in Bennigsen auch Feuerwehrfrauen aktiv.

Im Dezember 2002 ging die Webseite der Ortsfeuerwehr online. Hier sind die Bennigser Bürger stets auf dem aktuellen Stand über das Wirken und Tun der Wehr.

Heute sind neben Brandeinsätzen, die technischen Hilfleistungen der größte Teil der Einsätze. Diese fordern ein Höchstmaß an Konzentration und gehen oft bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Es gibt wohl kaum eine Organisation, der so viele Aufgaben zufallen wie der Feuerwehr. Wenn ein Alarm ausgelöst wird, sind wir zur Stelle und setzen uns für die Bürger ein.

Die Ortsfeuerwehr Bennigsen besteht heute aus den 51 Aktiven (5 weiblich), den 9 Jugendfeuerwehrleuten, 14 Kameraden der Altersabteilung und den 35 Mitgliedern des Musikzuges mit der musikalischen Früherziehung und seit Anfang 2011 der Kinderfeuerwehr, unseren Feuerstrolchen.

(Dieser Text ist ein Zusammenschnitt des vom ehemaligen Orts- und Gemeindebrandmeister Albert Koller zusammengestellten Rückblicks. Vielen Dank)